Veröffentlicht in Acryl und Druck

Blau…druck – unecht und trotzdem echt schön…

Cyanotypie ist ein Verfahren, das mich schon lange interessiert. Die chemische Seite schreckt mich allerdings ab. „Fake-Cyanotypie“ ist zwar ein blöder Name (finde ich, weil es so nach Betrug klingt), ist aber mit einer Gelliplate machbar.

Hier habe ich einen Waldmeister mit „Preussisch Blau“ abgedruckt. Der Waldmeister hat noch wochenlang beim Drucken geduftet.

Auch „Unscheinbare“ vom Wegesrand bekommen bei diesem Verfahren Aufmerksamkeit, die sie durchaus verdienen:

Erstaunlicherweise konnte ich sogar noch mit Blättern vom letzten Herbst drucken. Ich hatte Sorge, dass sie in der feuchten Farbe auf der Gelliplate kleben bleiben und zerbröseln, aber es ist gut gegangen. Glück gehabt.

Beim Bild ganz links ist mir das Druckblatt verrutscht. Daher sieht man einmal das Pflanzennegativ (ganz in weiß) und die Pflanzenumrisse (z. B. am Stängel die beiden dunklen Linien).

Eine moderne Interpretation der Cyanotypie…

Veröffentlicht in Acryl und Druck, Wasser und Farbe

Löwenzahn… zünd‘ dein goldnes Lichtlein an…

Ich bin zu spät!!! Die großen Löwenzahnwiesen sind tatsächlich schon verblüht. Also habe ich (vor allem) mit den Blättern gedruckt.

Durch das Drucken habe ich die Geheimnisse der Löwenzahnblätter ein Stück weit gelüftet: Sie sind einfach auch wunderschön!

Und dann noch ein etwas schrillerer Versuch in Kombination mit Aquarellfarbe:

Löwenzahn halt….

Veröffentlicht in Jahr und Tag, Schuh und Rad

Abstecher in eine andere Welt…

…vor 31 (!) Jahren war zum letzten Mal in Kairo und Alexandria – damals auf Konzertreise. In der Kairoer Oper haben wir „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms aufgeführt. Ich habe nicht gemerkt, wie die Jahrzehnte vergangen sind.

Dieses Mal ging es um MINT-Projekte an Mädchenschulen, als Begleitperson durfte ich mitfahren und bin eingesprungen, wo Hilfe benötigt wurde.

Vor allem aber war diese Reise für mich ein Abschluss der letzten Monate, das Eintauchen in eine andere Welt, das Anknüpfen an lange zurückliegendes Zeiten, ach, ganz vieles. Wunderbare acht Tage. Danke!

Auf der Busfahrt nach Alexandria an ganz vielen Taubenhäusern vorbeigekommen. Dann: Schöner Wohnen in Alexandria, Grey Appartments, brassbell

Die Bibliothek von Alexandria:

Sonnenuntergang am Corniche:

Besuch der Katakomben in Alexandria:

Zurück in Kairo- von Zamalek rund um den Midan Tahrir….

Fahrt ins „neue“ Kairo und Besuch an der GIU:

Ausflug nach Sakkara:

Ein wunderschöner Nachmittag in Dahshur bei #dahshurtoday:

Und wieder einmal „großes Kino“ als die Sonne im Westen versinkt:

Besuch im GEM – ein Museum der Superlative:

Und dann endlich: die Pyramiden von Gizeh:

Und wieder einmal ging die Sonne unter:

Am frühen Morgen…

Tag der Religionen – koptische Kirchen und Moscheen:

Und ein Abstecher ins Café, wo Nagib Machfus seine Romane geschrieben hat:

Eine ganz wunderbare Woche – ich wäre gerne noch länger geblieben….

Veröffentlicht in Acryl und Druck

Dreikönigs-Aufräumen im Keller

Ganz heimlich hat sich Wehmut in meinen Keller eingeschlichen. Abschiedsstimmung, weil die Tage, bis ich wieder in meinen Beruf einsteige, angezählt sind. Aufräumen, ordnen, sortieren der äußeren Dinge hilft mir, Klarheit zu gewinnen.

Ich hatte das Gefühl, zu gar nichts gekommen zu sein, aber als ich die Drucke gesichtet habe, habe ich gemerkt, dass doch einiges entstanden ist:

Nochmal einer der Wolfsmond-Drucke, und natürlich mussten Pflanzen dabei sein:

Beim letzten Druck habe ich in der ersten Farbschicht mit Acryl-Tinten gearbeitet. Die sind von der Gelli-Plate abgeperlt, das hat diesen Carquelé-Effekt bewirkt.

Veröffentlicht in Acryl und Druck, Jahr und Tag

Wolfsmond

Der erste Vollmond im Jahr heißt Wolfsmond. Die hungrigen Wölfe kamen aus den Wäldern an die Dörfer und Siedlungen heran und heulten den Vollmond an. Keine Wölfe aber Gelliprints mit Kälte, Schnee und Vollmond sind zwischen den Jahren entstanden:

Naja, bei diesem letzten Bild ist ein Feuervogel über die Druckplatte geflogen.

Veröffentlicht in Acryl und Druck, Pappe und Papier, Schere und Kleber, Wasser und Farbe

James Rizzi in Tübingen

Sich einfach nur vorstellen, die Stadt vor dem Fenster wäre New York…:

… und schon sind wir dort… jedenfalls beinahe…

Viele tolle Bilder, und manche fühlen sich erstaunlich „lebensnah“ (für mich) an:

Eine tolle Ausstellung, die richtig gute Laune macht. Leider nur noch bis Anfang Februar im Neuen Kunstmuseum Tübingen: http://www.n-k-t.de

Veröffentlicht in Jahr und Tag

2025…

… ist mein Sabbatjahr zu Ende gegangen, das ich mir so ganz anders vorgestellt habe, als es gekommen ist.

Und als ich versucht habe, für jeden Monat ein Bild zu finden, habe ich gemerkt, dass es ein total tolles Jahr gewesen ist. Ganz vielen kleinen Wundern bin ich begegnet – überall. Ich bin unglaublich dankbar für das, was ich erlebt habe, und welche Schlüsse ich daraus ziehen kann. Mit vielen wunderbaren Menschen bin ich weiter gegangen – Schritt für Schritt – danke!

Ein wunderbares Jahr 2026 wünsche ich Euch allen und freue mich auf das, was es bringt – ganz unverhofft.

Veröffentlicht in Jahr und Tag, Wolle und Garn

Nicht mehr frieren von Oktober bis März…

…davon träume ich schon seit längerem. Zufällig bin ich in der Stadtbücherei einem Buch über „Nordisch stricken“ begegnet und habe es – einfach so, nur so, ohne Plan (?) – ausgeliehen und mich in quasi jeden darin beschriebenen Pulli verliebt:

Ein paar Tage habe ich gezögert, ob ich mich an ein solches Projekt heranwagen soll. Und warum auch immer: Ich habe Island-Wolle in Schweden bestellt, um den Pulli einer finnischen Autorin nachzustricken in Erinnerung an den Aufenthalt in Norwegen vor einem Jahr. Und: Ich bin es einfach leid, ständig zu frieren!

Die Anleitung ist wirklich übersichtlich gestaltet, klar habe ich Lehrgeld bezahlt, indem ich manches wieder aufgezogen habe oder beim nächsten Pulli anders machen würde, aber: Es hat geklappt.

Schon beim Stricken hatte ich es behaglich war, besonders als das Strickstück schon etwas größer wurde:

(Mit mir auf dem Sofa sitzen übrigens Marshall (der Wolf) und Rose (die Giraffe), die die ganze Zeit mehr („Sie kriegt das nicht hin“) oder minder („Geduld, das wird schon“) gewaltfrei kommuniziert haben (nach Marshall Rosenberg, Gewaltfreie Kommunikation).

Besonders spannend war, dass ich mich komplett auf die Größenangabe und Maschenprobe verlassen musste, weil ich den Pulli zwischendurch nicht probieren konnte (dazu waren die „Strickseile“ zu kurz).

Es war also ein ziemlich besonderer Moment, als ich zum ersten Mal in mein Werk hineingeschlüpft bin:

Ich bin echt total froh und stolz (und denke an H., die bestimmt auch total stolz auf mich wäre, weil ich ein bisschen in ihre Fussstapfen getreten bin).

Und am Ende noch ein ehrliches Wort. Islandwolle kratzt. Sie kratzt wirklich. Ich bin echt hart im Nehmen, aber sie kratzt. Ich muss was drunter ziehen. Aber das gehört ja eh so: Traditionell wird ein solcher Pulli als oberste Schicht getragen, drunter kommen – je nach Wetter: Merino/Fleece/Softshell oder alles zusammen.

Veröffentlicht in Jahr und Tag, Schuh und Rad

Der Frost haucht zarte Häkelspitzen…

Eisblumen sind leider zu einer seltenen Art geworden, an doppelt- oder dreifach verglasten Fenstern können sie nicht gedeihen.

Frost und Nebel haben aber die gesamte Landschaft überzuckert, der Spaziergang heute war eisig und herrlich:

Der Frost haucht zarte Häkelspitzen
Perlmuttergrau ans Scheibenglas.
Da blühn bis an die Fensterritzen
Eisblumen, Sterne, Farn und Gras.
Kristalle schaukeln von den Bäumen,
Die letzen Vögel sind entflohn.
Leis fällt der Schnee … In unsern Träumen
Weihnachtet es seit gestern schon.

(Mascha Kaléko)