…wollte ich schon so lange mal ausprobieren. Dazu habe ich mir eine Schablone/Maske geschnitten
Zunächst habe ich mir einige einfarbige Hintergründe gedruckt. Zum Glück hatte ich noch Reste von einem „Werbegeschenksblock“, ich habe einfach die Rückseiten zur Vorderseite umgewidmet, die Werbung steht jetzt auf der Rückseite….
Spannend, wie unterschiedlich die Wirkung ist, je nachdem, ob ich die Schablone oder Maske verwendet habe. Und die Farbkombinationen erzielen sehr unterschiedliche Wirkung.
„Interessant“ finde ich auch die Ghost-Prints. Mal sehen, was ich mit denen noch anstelle….
Schon seit längerem hatte ich eine kleine Schachtel voller „interessanter Schnipsel“. Formen, die ich z. B. aus Zeitschriften ausgeschnitten habe, um „igendwann mal was damit zu machen“. Heute also: „Kontraste“: Trotz Infekt in den Keller und (einen Teil der Schnipsel) collagiert mit der Gelliplate.
„Kontraste“ in Farbe, Form und Struktur. „Kontraste“ zwischen Vorder- und Hintergrund.
„Kontraste“ – ich bin total erschüttert, betroffen und traurig, wie schnell Freude in Leid umschlagen kann. Wie kann so viel Hass in einem jungen Menschen sein, dass er so viel Leid in die Welt bringt (CSD Berlin)?
Ich erinnere mich nicht mehr genau, wann ich auf die (verrückte?) Idee kam, mit dem Fahrrad nach Esslingen zu fahren. Als so eine Art „therapeutische Abschiedsfahrt“. Einen Abschnitt ganz bewusst und in langsamen Tempo beenden. Mit einer Radtour – nicht mit dem Auto.
Die Überlegungen jedenfalls nahmen Gestalt an, und die Idee ließ mich nicht mehr los. Aber Respekt hatte ich schon. Ist ja nicht gerade „um die Ecke“.
Immer wieder mussten wir verschieben wegen des Wetters, und dann an Tag 421 danach ging es los morgens um sieben Uhr. Fange ich an seltsam zu werden? Die Zahlen jedenfalls passen (weitesgehenend).
Durchs „Kleine Lautertal“ geht es im Wald stetig bergan – zum Glück, denn so früh am Morgen ist es noch ziemlich frisch. Ich friere und freue mich, denn ich weiß, es wird noch ganz anders werden…
Wie kommt der Elefant in den schwäbischen Wald?
Und auf einmal ist Ulm dann schon ziemlich weit weg….
Und irgendwann sind wir dann auf unbekanntem Terrain. So weit waren wir von zu Hause aus noch nie mit den Rädern weg…
Die Landschaften änderten sich – hier könnte auch ein Hobbit vorbeiwandern, oder?
Und dann verlassen wir die Alb und erhaschen einen ersten Blick auf die Landschaft „jenseits“:
Wir überqueren eine „Landmarke“, die A 8. Andere Perspektive heute: von oben…
Da hinten rechts, da hinter den Bergen, da kamen wir her. Inzwischen ist später Vormittag, und es wird richtig heiß.
Und zum ersten Mal taucht unser Ziel auf den Hinweisschildern auf. Noch 15 km – ein Klacks. Es sieht so aus, als könnten wir es schaffen. Wirklich schaffen. So lange überlegt, gezögert, geplant. Heute aufgebrochen, und es klappt.
Der Neckar – dieser seltsame Fluss, der sich mir so entzieht. Rhein, Main, Donau, auch einige kleinere Flüsse kann ich mir vorstellen – bildlich, wie auf einer Karte: Wo geht’s lang? Der Neckar… ? Immerhin macht er mir auch heute die Freude und zeigt sich in GRÜN. Grünes Wasser! Jawohl! Kindlicher Starrsinn findet Genugtuung. Wasser ist grün!
Die letzten Kilometer sind leider nicht mehr so schön – viel Industriegebiet, aber dann:
Wir sind tatsächlich angekommen. Geschafft! Unglaublich. Ich bin total glücklich. Das Beweisfoto: Mein rechter Arm und das Praxisschild. Hinter diesen Plissees fing vieles an – davor endet es wieder. Neuer Abschnitt.
An dieser Stelle nochmal: Tausend Dank! Es war für mich keine einfache Zeit, davor schon gar nicht. Und danach gab es durchaus herausfordernde Situationen, obwohl es nicht besser hätte laufen können. Danke an alle Beteiligten! So gut wie jetzt ging es mir schon lange nicht mehr!
Und weil’s so schön war, und wir irgendwie im „Flow“ sind, fahren wir mit dem Zug nur bis Merklingen zurück:
Und lassen es laufen, immer leicht bergab (jedenfalls meistens), zurück durchs Lautertal bis nach Hause.
Was für ein wunderbarer Tag, was für ein tolles Erlebnis. Am Ende sind es fast 120 km geworden, und ja: Ich bin müde. Aber eigentlich könnte ich auch noch ein Stückchen weiter radeln….
Ich habe so eine „damit-mache-ich-nochmal-was“ Sammelmappe. Und da habe ich einen Gelliprint rausgezogen und mit meiner falschen (!) Hand drauf gemalt mit Ölpastellen. Das hat total viel Spaß gemacht. „Falsche“ Hand ist klasse!
Es muss in meinen Genen stecken: Sammeln…. Jedenfalls sammle ich (kleine) Bilder und Wörter, die ich aus allem möglichen ausschneide. So ist ein ganzer Schuhkarton voller wunderbarer Schätze entstanden, aus denen Kollagen entstehen können:
Oder so:
Leider wird Paula Modersohn-Becker beim Fotografieren so blass… Ob die Zeitschrift, aus der ich das ausgeschnitten habe, irgendwie „behandelt“ ist, dass man das nicht vervielfältigen kann? Gibt es sowas?
Weil mich meine beiden Lieblingsthemen noch nicht losgelassen haben, habe ich die wunderbaren „Riesenblätter“ mit Bergen kombiniert-die Idee: Die Blätter als Pappeln (Bäume) am Ufer mit Bergen im Hintergrund:
Leider habe ich kein deckendes Grün, sodass der Hintergrund (also die Berge) sich mehr in den Vordergrund drängen als (zunächst) gewünscht. Oder vielleicht doch nicht?
Jedenfalls liebe ich die türkisen Berge im Hintergrund – und gelber Himmel – auch ziemlich schön, finde ich:
Ja, auch beim Radfahren springen mir Blätter zum Drucken in den Weg….und neulich habe ich unterarmgroße Blätter gefunden. Viele wachsen spiralförmig um ihren Stängel herum, ich habe noch nicht nachgeschaut, um was es sich handelt. Jedenfalls kann man schön mit ihnen drucken:
Und im Keller ist mal wieder (kreatives) Chaos. Ich habe immer Sorge, dass ein Stapel mal ins Rutschen kommt. Mehr Platz wäre schon toll, aber…. naja….
Einen Druck habe ich als „Fake-Cyanotypie“ hergestellt, andere „bunt“:
Dieses hier sieht aus wie „gebatikt“ – die Farbe der ersten Druckschicht war noch nicht trocken.
Und dann entwickelte sich die Idee, die Blätter mit anderem zu kombinieren:
… haben es mir angetan. Auch das Meer mag ich gerne, aber wenn ich mich entscheiden müsste, wo ich sein will, würde ich immer die Berge wählen.
Eine der beeindruckendsten Nächte war eine Sommernacht in den Bergen, klare Luft, nach der Hitze des Tages endlich etwas abgekühlt. Und mit dem Fernglas (!) konnten wir die Jupitermonde sehen. Erdverbunden und doch irgendwie anders.
Dass Berge mit zunehmender Entfernung verblauen, habe ich zum ersten Mal richtig „in natura“ gesehen, als ich am Ufer des Assuan-Stausees stand und nach Süden geblickt habe, Richtung „Nubien“ – in altäyptischer Bezeichnung. Die „Blauen Berge von Nubien“ mit dem Stausee – das werde ich irgendwann noch verewigen.
Ganz „profan“ mit der Gelliplate bedeutet das, dass ich mir Bergsilhouetten aus Packpapier (einfach, weil ich gerne auch das alte Verpackungsmaterial weiter verwende) gerissen habe, und losgedruckt habe. Inzwischen habe ich auch raus, in welcher Reihenfolge ich arbeiten muss: vom Vordergrund zum Hintergrund, die Farbe des Himmels kommt dann über alle vorigen Lagen und nimmt die Farbe für den endgültigen Druck mit…
Einer der ersten Drucke, da war noch was auf der Platte….Meine Freundin hat gesagt, der Mond „kullert“ über die BergeLandschaft tagsüber geht auch, natürlich. Die türkisen Berge in der Ferne gefallen mir – und erinnern mich (und das ist überhaupt KEIN VERGLEICH, sondern nur ein Erinnern!) an die Bilder von F. Hodler
Und dann habe ich noch eine Version mit „falschen“ Farben ausprobiert:
Aber hier gefällt mir der lila Himmel mit der grünen Sonne gar nicht. Das ist zu kalt.
Jetzt muss noch ein versöhnlicher Abschluss her:
Wenn da nicht die zwei Sonnen wären – ich glaube, irgendwann probiere ich einen ganz großen, zusammengesetzten Druck. Richtig groß!