Ich erinnere mich nicht mehr genau, wann ich auf die (verrückte?) Idee kam, mit dem Fahrrad nach Esslingen zu fahren. Als so eine Art „therapeutische Abschiedsfahrt“. Einen Abschnitt ganz bewusst und in langsamen Tempo beenden. Mit einer Radtour – nicht mit dem Auto.

Die Überlegungen jedenfalls nahmen Gestalt an, und die Idee ließ mich nicht mehr los. Aber Respekt hatte ich schon. Ist ja nicht gerade „um die Ecke“.
Immer wieder mussten wir verschieben wegen des Wetters, und dann an Tag 421 danach ging es los morgens um sieben Uhr. Fange ich an seltsam zu werden? Die Zahlen jedenfalls passen (weitesgehenend).




Durchs „Kleine Lautertal“ geht es im Wald stetig bergan – zum Glück, denn so früh am Morgen ist es noch ziemlich frisch. Ich friere und freue mich, denn ich weiß, es wird noch ganz anders werden…






Und auf einmal ist Ulm dann schon ziemlich weit weg….


Und irgendwann sind wir dann auf unbekanntem Terrain. So weit waren wir von zu Hause aus noch nie mit den Rädern weg…

Die Landschaften änderten sich – hier könnte auch ein Hobbit vorbeiwandern, oder?

Und dann verlassen wir die Alb und erhaschen einen ersten Blick auf die Landschaft „jenseits“:




Wir überqueren eine „Landmarke“, die A 8. Andere Perspektive heute: von oben…

Da hinten rechts, da hinter den Bergen, da kamen wir her. Inzwischen ist später Vormittag, und es wird richtig heiß.

Und zum ersten Mal taucht unser Ziel auf den Hinweisschildern auf. Noch 15 km – ein Klacks. Es sieht so aus, als könnten wir es schaffen. Wirklich schaffen. So lange überlegt, gezögert, geplant. Heute aufgebrochen, und es klappt.

Der Neckar – dieser seltsame Fluss, der sich mir so entzieht. Rhein, Main, Donau, auch einige kleinere Flüsse kann ich mir vorstellen – bildlich, wie auf einer Karte: Wo geht’s lang? Der Neckar… ? Immerhin macht er mir auch heute die Freude und zeigt sich in GRÜN. Grünes Wasser! Jawohl! Kindlicher Starrsinn findet Genugtuung. Wasser ist grün!
Die letzten Kilometer sind leider nicht mehr so schön – viel Industriegebiet, aber dann:


Wir sind tatsächlich angekommen. Geschafft! Unglaublich. Ich bin total glücklich. Das Beweisfoto: Mein rechter Arm und das Praxisschild. Hinter diesen Plissees fing vieles an – davor endet es wieder. Neuer Abschnitt.
An dieser Stelle nochmal: Tausend Dank! Es war für mich keine einfache Zeit, davor schon gar nicht. Und danach gab es durchaus herausfordernde Situationen, obwohl es nicht besser hätte laufen können. Danke an alle Beteiligten! So gut wie jetzt ging es mir schon lange nicht mehr!
Und weil’s so schön war, und wir irgendwie im „Flow“ sind, fahren wir mit dem Zug nur bis Merklingen zurück:

Und lassen es laufen, immer leicht bergab (jedenfalls meistens), zurück durchs Lautertal bis nach Hause.


Was für ein wunderbarer Tag, was für ein tolles Erlebnis. Am Ende sind es fast 120 km geworden, und ja: Ich bin müde. Aber eigentlich könnte ich auch noch ein Stückchen weiter radeln….





























































































































































