Veröffentlicht in Stoff und Tuch

Angel-bag

20140416-IMG_3002-013  Manche Dinge, Begegnungen oder Orte prägen ein Leben. Ein Ort, der mich geprägt hat, ist Engelberg in der Zentralschweiz. Als ich sechs Wochen alt war, war ich zum ersten Mal dort, und Engelberg ist für mich eine Konstante geblieben, während mein Leben mich an ganz viele andere verschiedene Orte geführt hat.

Schon seit längerem treibt mich um, wie ich diesen Ort mit meinem Faible für Taschen verbinden kann. Und voilà: Eine Angel-bag. Ihr müsst euch jetzt eine ganz nuschelige, verwaschene Aussprache dieses Wortes vorstellen, dann klingt es schon beinahe wie Engelberg…

Es ist gar nicht schwer, so eine Angel-bag zu nähen, nur die Flügelchen waren ein bisschen knifflig…

Es geht los wie immer:

20140416-IMG_2983-004  Vier Stücke Stoff: meine sind 45 cm breit und 50 cm hoch, zweimal Futterstoff und zweimal Außenstoff. Ich habe für das Futter einen Baumwollstoff mit weißen Blümchen gefunden, der erinnert im weitesten an Edelweiß. Passt zum Thema….

20140416-IMG_2987-007  Am Boden habe ich rechts und links Quadrate mit einer Kantenlänge von 7 cm ausgeschnitten.

20140416-IMG_2984-005  Die Träger habe ich 7 cm breit geschnitten, sie sind eine volle Stoffbreite (ca 140 cm) lang. Das reicht für zwei Stück.

20140416-IMG_2986-006  Die Träger rechts auf rechts zusammennähen, wenden und nochmals knappkantig absteppen. Dann habe ich sie in der Mittel geteilt, um zwei kürzere Träger zu erhalten.

Die Teile der Innentasche rechts auf rechts legen und die Seitennähte, die Bodennaht und die Ecken schließen. Die Tasche wenden.

20140416-IMG_2990-001  Da ich zwei verschiedene Stoffe verwende, muss ich beim Heften der Träger darauf achten, dass die richtigen Muster aufeinander liegen. Hier z.B. liegt der Blümchenstoff rechts auf rechts, deshalb liegt der Außenstoff jetzt sichtbar auf der Oberseite.

 

An den Flügeln habe ich ein bisschen getüftelt: Zuerst habe ich mir eine Schablone aus Papier gemalt und ausgeschnitten. Die Form habe ich auf den Stoff übertragen und zwei Lagen rechts auf rechts zusammengenäht. Als die Tasche fertig war, sah es aus, als habe sie Schlappohren. Unmöglich!

Da ich die Sache retten musste mit dem, was der Haushalt noch zu bieten hatte, habe ich:

1. Vlieseline H 250 auf den Stoff für die Flügel gebügelt und dann

2. den verstärkten Stoff mit Vliesofix aufeinander gebügelt, sodass der Stoff am Ende außen lag (und Vlieseline und Vliesofix innen).

Dann habe ich es nochmal versucht: Schablone übertragen und die Flügel ausgeschnitten.

Weil jetzt eh alles anders war als geplant, habe ich die Flügel noch mit der Nähmaschine bestickt:

20140416-IMG_2995-009    Dazu müsst ihr den Transporteur eurer Nähmaschine versenken und einen Stopffuß anbringen. Jetzt könnt ihr Freihandsticken mit eurer Nähmaschine. Die Nähte werden (gewollt) leicht krakelig. So habe ich die Kontur zweimal nachgenäht und noch ein paar Linien (Federn?) aufgestickt.

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Die fertigen Flügel können jetzt in den Seitennähten der Außentasche mitgefasst werden:

20140416-IMG_2993-008  Ein Stoffteil der Außenseite dazu mit der rechten Seite nach oben auf den Tisch legen, die Flügel Außenkante auf Außenkante auflegen, sodass sie nach innen zeigen, das zweite Außenteil darauf legen, die Taschenteile liegen jetzt rechts auf rechts. Nähen…

Jetzt geht es unproblematisch weiter: Die Innen- und Außentasche rechts auf rechts ineinander stülpen, die Seitennähte treffen aufeinander. Den oberen Rand zusammennähen bis auf eine Wendeöffnung. Die Tasche wenden, die Wendeöffnung schließen, und den oberen Taschenrand einmal rundherum absteppen. Fertig!

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Wem das jetzt zu schnell ging: das ist alles ausführlich bei den Basics beschrieben.

 

 

 

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