… als ich neulich in einem großen (schwedischen) Möbelhaus war, habe ich eine Packung mit Fröbelsternen gesehen. Die kann man tatsächlich kaufen. Wo man die doch selber machen kann.
Lange Zeit habe ich mich nicht an diesen (vermeintlich) komplizierten Stern herangetraut. In dem Jahr, als mein lieber (ehemaliger) Klavierlehrer gestorben ist, hat sich seine Frau von allen Schülern einen Fröbelstern für den Weihnachtsbaum gewünscht. Weil sie seine Lieblingssterne waren. Also habe ich mich mutig mit der Faltanleitung auseinander gesetzt, aber meine Adventsbasteleien waren alles andere als entspannt…
Die zweite größere Gelegenheit zum Sterne flechten war der xx. Geburtstag meines Mannes. Dieser Tag liegt nämlich in der Adventszeit, und alle Gäste (und es waren viele…) haben einen eigenen Stern an ihrem Platz gefunden. Irgendwann habe ich dann die Anleitung nicht mehr so genau angeschaut und habe meine etwas abgewandelte Art entwickelt. Wie das geht, zeige ich gleich, vorher aber noch:
Lieber Heino, liebe Jutta! Danke, dass Ihr mich zum Fröbelsternfalten gebracht habt. Ich denke oft an Euch!
Im Bastelladen gibt es alle möglichen Packungen mit vorgeschnittenen Streifen für Fröbelsterne. Zur Zeit gefallen mir die modernen Muster ganz gut, weil sie Tradition und Moderne schön zusammenbringen.
Ein paar Sachen muss man bei Fröbelsternen immer beachten:
- Den Unterschied zwischen im Uhrzeigersinn und gegen den Uhrzeigersinn drehen
- Den Unterschied zwischen wenden und drehen
- Wenn etwas halten soll, muss immer irgendwo ein Streifen unter einen anderen schlüpfen
- In jeder Runde wird immer nur einmal mit einem Streifen gearbeitet
Pro Stern braucht man vier Streifen, die in der Mitte einmal gefaltet werden. So entstehen quasi „Doppelstreifen“, in die andere Streifen hineinschlüpfen können.
Das offene Ende der Streifen etwas zuschneiden, aber darauf achten, dass die Spitze nicht zu spitz wird, sonst knickt sie ganz schnell ab:
Die erste Runde: Der Sternenkörper wird vorbereitet (im Uhrzeigersinn)
Der erste Streifen zeigt von links (Faltmitte) nach rechts (Spitze) und schlüpft in den zweiten.
Der zweite Streifen liegt von oben (Faltmitte) nach unten (Spitze)und schlüpft in den dritten, der dritte zeigt von rechts (Faltmitte) nach links (Spitze) und schlüpft in den vierten. Dieser zeigt von unten (Faltmitte) nach oben (Spitze) und schlüpft in den ersten.
Damit hat sich der erste Kreis geschlossen:
Wenn ich die Streifen etwas anziehe, sieht das dann so aus:
Runde zwei: An jeder Seite des Sternenkörpers soll ein Papierstreifen herausragen (gegen den Uhrzeigersinn)
Den Streifen links oben nach unten klappen.
Dann folgt der Streifen, der gegen den Uhrzeigersinn am nächsten ist, nämlich der links, dann der rechte von den beiden nach unten zeigenden (der linke ist ja der Streifen von links oben, der nach unten geklappt wurde).
Als letztes folgt der Streifen rechts, und damit diese Runde hält, muss er unter den in dieser Runde zuerst gefalteten Streifen schlüpfen. Hört sich schlimmer an als es ist, am Ende kommt wieder ein Quadrat heraus:
Runde drei: die ersten Zacken werden vorbereitet (gegen den Uhrzeigersinn)
In dieser Runde drehe ich den Stern nach jedem Falten 1/4 weiter gegen den Uhrzeigersinn, bis alle vier Seiten bearbeitet sind:
Immer den unten rechts liegenden Streifen nach rechts falten, sodass er parallel zu den Nachbarstreifen liegt. Dann kommt die 1/4 Drehung und es wiederholt sich:
Der Streifen unten rechts wird nach rechts gefaltet. So lange wiederholen, bis es so aussieht:
Dann den kompletten Stern wenden: 
Runde vier: die ersten Zacken werden fertig gestellt und die zweiten vorbereitet. In dieser Runde wird immer mit dem Zacken oben rechts gearbeitet, dann folgt eine 1/4 Drehung gegen den Uhrzeigersinn
Oben rechts liegt ein Streifen, der nach links zeigt. Diesen nehmen und nach unten falten, dass er parallel zu den anderen nach unten zeigenden Streifen liegt. Es entsteht eine „Doppelspitze“, die noch zusammengefaltet werden muss.
Dazu den Streifen hochklappen,
die entstandene Spitze des Sterns nach hinten biegen und den Streifen
unter den Streifen aus der vorigen Runde fädeln
(hier nochmal eine Nahaufnahme) und ganz durchziehen. Rechts oben ist jetzt die erste Sternenspitze fertig.
Zum Vorbereiten der nächsten Spitzenrunde den Streifen der nach rechts zeigt nehmen und nach oben falten. Jetzt erfolgt 1/4 Drehung und die geht von vorne los. Das geht eine ganze Zeit lang gut, aber der letzten Spitze liegt ein Streifen im Weg:
Den Streifen einfach anheben und nach links klappen,
dann die Spitze wie gehabt falten und
den Streifen zurück falten. Den Stern wenden, Ende Runde vier.
Runde fünf, in der die restlichen Spitzen gefaltet werden (eigentlich genau das selbe wie Runde vier nur mit einem anderen Ende):
Auch hier wird immer mit der rechten oberen Spitze gearbeitet, weitergedreht, am Ende ist auch hier ein Streifen im Weg, diesen wegklappen, die Spitze beenden, aber den „störenden Streifen“ in der Hand behalten!
Runde sechs: die ersten „Stacheln“ (gegen den Uhrzeigersinn):
Zwei Streifen zeigen nach vorne, davon den rechten aufgreifen und mit ihm einen 3/4 Kreis beschreiben.
Dabei den Streifen zwischen Daumen und Zeigefinger halten, so locker, dass der sich drehen aber nicht wenden kann.
Der Streifen schlüpft unter den festgehaltenen „Störstreifen“ aus Runde fünf und kommt zur linken oberen Spitze heraus:
Vorsichtig daran ziehen und mit der rechten Hand die Spitze formen.
1/4 Drehung gegen den Uhrzeigersinn, der zweite Streifen schlüpft unter den ersten Zacken, sonst bleibt alles gleich. Mit allen rechten Streifen wiederholen, fertig.
Runde sieben, in der die Stacheln auf der anderen Seite des Sternenkörpers gefaltet werden (eigentlich genau das selbe wie Runde sechs nur mit einem etwas anderen Anfang):
Den nach rechts zeigenden Streifen nach links klappen, damit der
nach vorne zeigende Streifen darunter schlüpfen kann. 1/4 Drehung, mit allen anderen Streifen ebenso verfahren.
Das Finale:
Die herausstehenden Streifen abschneiden, dabei immer so halten, dass die Schere rechts vom Stern ist (zumindest gilt das für Rechtshänder), damit man nicht aus Versehen die Zacke beschädigt.
Da liegt er nun, der schöne Stern, ich mag sie einfach alle gern…
Eine sternenreiche Adventszeit!












