
und hier hat auch kein Bäcker gerufen…
Ich habe ein zwiespältiges Verhältnis zu Beton. In manchen Baustilen mag er ja ganz schick sein, aber allzu leicht kann er aber nach ein paar Jahren den Charme einer grauen Betonwüste ausstrahlen.
Aber gut: Einmal im Leben muss ich das ausprobieren, habe ich mir gedacht und einen Eimer „Bastelbeton“ erworben.
Mich hatte ein Werbefilm angelockt, in dem eine hübsche junge Damen in schicken Klamotten in ihrer „kleinen Werkstatt“ Betonschalen gießt.War mir schon klar, dass man da Abstriche machen muss. Vorsichtshalber habe ich daher nicht meine „Sonntagskleider“ angezogen und bin mit meinem Eimer Bastelbeton im Keller verschwunden, mit dem Fernziel Gugelhupfe zu backen. Bei einem Discounter habe ich mir dazu eine günstige Silikonform gekauft. Diese muss mit (Salat-)öl eingepinselt werden (wie beim Backen). Ich habe mir dazu ein bisschen Öl in ein altes Marmeladenglas umgefüllt und einen alten Lackierpinsel umgewidmet. Beides habe ich beschriftet, damit es keine Verwechslungen gibt (ich möchte kein Öl im Lack haben oder so…).
Auf geht’s:
- Versuch: Bastelbeton ist tatsächlich eine feine Sache, er staubt quasi nicht, ich habe ihn problemlos im Keller anrühren können. Auf der Packung ist ein Mischungsverhältnis angegeben, brav habe ich Beton und Wasser mit der Küchenwaage abgewogen, das Ergebnis war tadellos.
Es kommt mir auch sehr entgegen, dass der Bastelbeton nach zwei Stunden schon so weit angezogen hatte, dass man ihn vorsichtig aus der Form nehmen kann, um ihn dann komplett durchtrocknen zu lassen.
Weil der Bastelbeton aber nicht ganz billig ist (fünf Kilo für 16 Euro war das beste Angebot, das ich finden konnte), habe ich auch keinen Gugelhupf gegossen, sondern Windlichter, Fotos davon gibt es ein anderes Mal. - Versuch:

Beton mit Trass. Bitte nicht im Keller anrühren, und das meine ich wirklich. Ich habe das versucht, und es hat gestaubt wie blöd. Das fing schon an, als ich wirklich (!) sehr behutsam die Tüte geöffnet habe. In den Mischeimer schütten: blöde Idee! Umschaufeln (mit einer leeren Konservendose) geht grade noch so, aber sogar das Anrühren mit Wasser hat Staubwolken hervorgerufen.
Irgendwie hatte ich auch übersehen, dass man noch Sand zufügen muss, es hat aber trotzdem geklappt. Ich habe eine „Creme-fraiche“-ähnliche Konsistenz angerührt und der Silikongugelhupf hat tapfer stand gehalten, allerdings ist er ein bisschen in die Breite gegangen. Beim zweiten Gugelhupf dieser Art habe ich die Silikonform in eine Plastikschüssel gestellt, das Ergebnis hat mir dann besser gefallen, weil der Kuchen höher geworden ist. Nach einem Tag habe ich den Kuchen vorsichtig aus der Form geholt, aber er war immer noch sehr empfindlich, und ich habe ihn im Keller ein paar Tage in Ruhe gelassen, bevor ich ihn bepflanzt habe. - Versuch:

Gartenbaubeton mit Trass. Der 30 kg-Sack stand seit Ewigkeiten in der Garage, ich erinnere mich nicht einmal mehr daran, was ich eigentlich betonieren wollte. Wohl irgendwas im Garten? Eine Beeteinfassung? Ein Mäuerchen? Obwohl das Wetter schon sehr kalt und regnerisch ist, bin ich für meine Betonexperimente lieber in die Garage umgezogen.
Auch der Gartenbaubeton staubt ziemlich, aber mit der leeren Konservendose gelingt das Umfüllen einigermaßen gesundheitserhaltend. Weil meine Betonaktivitäten inzwischen größere Ausmaße angenommen haben, habe ich auch nichts mehr abgewogen, sondern Wasser nach Gefühl dazugegossen und mit einem alten Spatel umgerührt. Da braucht man ein bisschen Kraft, aber es geht schon, und am Ende hatte ich eine ziemlich homogene Masse, die ich in die Silikonform gegossen habe. Mein Betonteig ist „schwer reißend“ von Spatel gefallen, wie beim echten Backen. Es hat aber deutlich länger gedauert, bis die Masse angezogen hat. Mindestens 2-3 Tage habe ich alles in Ruhe stehen lassen, das hängt aber sicher auch von der Temperatur ab. Und superempfindlich war mein Kuchen, als ich ihn aus der Form geholt habe. Ich hätte nie gedacht, dass Beton so empfindlich sein könnte…
Wie beim Backen habe ich ihn dann erstmal länger in Ruhe gelassen, nachdem ich ihn aus der Form geholt hatte. Geduld!
Aber das Ergebnis nach ein paar Tagen Trocknung gefällt mir, auch den Preis finde ich so angemessener.
Jetzt bleibt abzuwarten, wie sich meine Gugelhupfe
bei Wind und Wetter und Frost verhalten.