Veröffentlicht in Pappe und Papier

Pfifferlingszeit…

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… endlich duften die Wälder wieder nach Pilzen. Wenn ich nicht so ein Hasenfuß wäre, würde ich ja selber welche sammeln gehen. Jedenfalls nehme ich mir regelmäßig vor, mal einen Pilzbestimmungskurs zu besuchen, aber irgendwie wird nie etwas draus.

In meinem Keller, da sind sogar die roten Pilze mit den weißen Punkten ungefährlich:

Bereits im letzten Winter hatte ich eine kleine Pilzzucht im Keller.

Die flachen Pilze habe ich so hergestellt:

Aus weißen Tonresten habe ich zunächst Kugeln geformt, diese dann platt gedrückt und mit dem Nudelholz ein bisschen ausgewellt. Dann habe ich sie in der Hand zu einer Pilzhutform gedrückt. An der Unterseite habe ich mit einem Schaschlikspieß Lamellen eingedrückt, aber das ist gar nicht unbedingt nötig.

Die tiefen Hutpilze waren zunächst ein Rechteck, das ich zu einem Zylinder (eine Röhre) aufgerollt habe. Die Ränder habe ich gut verstrichen und dann ein Ende zugeklopft. Das geht entweder, indem man die Röhre vorsichtig auf den Tisch (bzw. die Spanplatte, die ich immer als Unterlage verwende) kopft und darauf achtet, die Röhre immer weiter zu drehen, damit sie sich gleichmäßig schließt. Oder ich verwende meinen hölzernen Pfannenwender (der heißt bei meinen Kindern auch „der Schläger“, weil uns kein besserer Namen dafür eingefallen ist. Ist aber ein friedlicher….) und klopfe rundherum um die Röhre. So oder so, irgendwann ist ein Ende zu.

Die Zwerghutpilze sind aus einer Wurst geformt, die an einem Ende spitz zuläuft. Dieses Ende wird zur Schnecke aufgerollt. In das dicke Ende vorsichtig einen Finger bohren und die Wurst vorsichtig hin- und her rollen. Dadurch wird das Fingerloch automatisch größer, sodass ein Stiel hinein passt. Die unteren Hutränder habe ich zwischen zwei Fingern etwas rüschig gedrückt.

Folgt der Schrühbrand.

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Meine Pilzköpfe habe ich auf der Oberseite mit roten Glasuren (Botz, Anwendung s. Packung) glasiert. Die Unterseite habe ich mit meiner neuen Lieblings-Helden-Farbe bemalt: Glasur würde ja an den Ofenplatten festschmelzen, daher müsste die Pilzhutunterseite ja eigentlich unglasiert bleiben oder die Pilze auf Glasurfüßchen gestellt werden. Das ist aber immer eine sehr kippelige Sache. Daher habe ich die Unterseite mit Botz Glimmerglasur bemalt. Die gibt es in verschiedenen Farben (ich habe weiß genommen), und wenn sie angetrocknet ist, muss man die enthaltenen Glimmer mit einem feuchten Tuch vorsichtig freiputzen. Die Gegenstände liegen dadurch mit den Glimmern auf der Ofenplatte und backen so nicht fest.

Auf diese Weise sind auch alle Pilzhüte tadellos stehen geblieben beim Glasurbrand, und die ersten Pilze sind Anfang März in den kahlen Garten gezogen.

Inzwischen hat der Garten kräftig aufgeholt und die Pilze sind gut im Grün versteckt:

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