Veröffentlicht in Stoff und Tuch

Mund-Nasen-Masken nähen


Anleitungen gibt es inzwischen wie Sand am Meer, diese kommt ohne (extra) Bindebändel aus (sie werden aus Stoff ausgeschnitten), und sie spart ein paar Arbeitsschritte.

Und wie immer der Hinweis: Sie schützen nicht vor Ansteckung, „können aber eine Geste der Höflichkeit sein“…

Diese Nähanleitung orientiert sich am „Essener Modell, ich habe sie aber für mich ein bisschen abgewandelt.

Ich habe seit Mitte März ganz viele verschiedene Schnitte und Modelle ausprobiert und finde diese Variante ziemlich unkompliziert in der Herstellung. Andere Modelle mögen „kleidsamer“ sein:

  • Variante mit Gummiband: Ich traue den Gummibändern nicht so viele Wäschen bei 60 Grad zu. Auch, wenn die Zeit der Mund-Nasen-Masken bald vorbei sein sollte, stehen einer Maske doch einige Wäschen bevor.
  • Ebenfalls schicker finde ich den „Burda-Schnitt“, aber ich bin damit nicht gut zurecht gekommen beim Sprechen. Wenn man mal (freundlich!) etwas lauter sprechen muss, dann war das schon ein Problem, dass die Maske ständig gerutscht ist. Darum also diese Variante.

Nach jedem Tragen sollte die Maske in die Wäsche. Nähe daher lieber ein paar mehr. Ich sammle meine in einem Wäschenetz und gönne meinen Handtüchern nun auch eine 60 Grad Wäsche. Dann lohnt sich der Waschgang.

Was du brauchst:

Baumwollstoff (so heiß wie möglich vorgewaschen, damit später nichts mehr einläuft)

Wenn du möchtest: einen Futterstoff (das kann z. B. Molton oder Jersey sein, ebenfalls reine Baumwolle und so heiß wie möglich vorgewaschen). Wenn du ohne Futterstoff arbeiten möchtest, nimm einfach außen und innen denselben Stoff.

Schrägbandformer 25 mm (Dieser ist enorm hilfreich für die Herstellung der Bindebändel. So brauchst du keine extra Bindebänder [so etwas habe ich meist nicht vorrätig zu Hause])

Metallbügel für den Nasenbereich: Das kann alles Mögliche sein vom Pfeifenputzer über den Metallstreifen eines Heftstreifens bis hin zum Alubügel. Für alle gilt: Vor dem Waschen entfernen.

Nähmaschine, dabei sehr hilfreich: ein Knopflochfuß

Luxus, geht zur Not auch ohne: eine Schneidematte und Rollschneider

Was immer gilt: Gut gebügelt ist halb genäht!

Zuschnitt:

Wenn du mit zwei Stoffstücken nähst (mit Futter oder wenn dein Stoffmuster eine Richtung hat), brauchst du zwei Stücke á 18 cm (h) x 17 cm (b). So vermeidest du, dass das Muster innen auf dem Kopf steht.

Mit einem Rollschneider geht das ganz einfach…

Wenn du nur mit einem Stoffstück nähst, dann ein Stück 34 cm (h) x 17 cm (b) zuschneiden und rechts auf rechts legen.

Außerdem pro Maske zwei Stoffstreifen à 5 cm, mind. 110 cm lang (ich binde Schleifen, die bekomme ich nach dem Tragen leichter wieder auf als Doppelknoten. Für Doppelknoten reichen angeblich auch 90 cm). Ich nehme meist der Einfachheit halber die ganze Stoffbreite. Dann können die Bändel später individuell gekürzt werden.

Hier der Stoff für die Maske und die beiden Bindebänder

Oder ich nähe je nach Stoffbreite mehrere Streifen an den kurzen Seiten aneinander zu einem ganz langen Streifen und teile ihn nach dem Bügeln. So spare ich ein bisschen Stoff.

Hier lohnt es sich, ein bisschen zu rechnen, vor allem, wenn du mit Stoffresten arbeitest.

Nähen:

Ich nähe nah am Rand ca. 1/2 Nähfuß breit.

Die Stoffteile rechts auf rechts (die schönen Seiten liegen innen) an einer kürzeren Kante (später die obere Kante) nah am Rand (ca. 1/2 Nähfuß breit) zusammen nähen.

Den Stoff auffalten und nur im Futter ganz oben ca. 1,5 cm vom Rand entfernt (dort treffen Futter- und Deckstoff aufeinander) ein Knopfloch arbeiten (die Seite ist egal).

Das geht mit einer Knopflochautomatik ganz einfach.

Wenn deine Nähmaschine so etwas nicht kann, dann diesen Schritt einfach weglassen und ganz am Ende mit einem scharfen Messer/einer kleinen Schere eine kleine Öffnung für den Nasenbügel einschneiden. Soll ja nicht für die Ewigkeit sein. Das Knopfloch jetzt schon vorsichtig aufschneiden.

Vorsichtig, damit die Naht nicht verletzt wird.

Den Stoff wieder rechts auf rechts zusammen legen und die untere Naht schließen.

Wenden und Bügeln.

Dann im Abstand von etwa 1,5 cm zum oberen Rand einen Tunnel für die Nasenschiene nähen (Orientiere dich dabei an dem Knopfloch, falls du eines genäht hast).

Bügle erneut und lege dabei drei Falten.

Diese Falten ganz nah am Rand mit einer Naht fixieren.

Die Bändelstreifen in den Schrägbandformer einführen.

Das kann ein bisschen kniffelig sein. Wenn du aber an einem kurzen Ende ein paar Stiche nähst und den Faden lang abschneidest, kannst du diese Fäden als Einfädelhilfe verwenden. Dann geht es leichter.

Die Bändel ein erstes Mal bügeln.

Der Länge nach falten und nochmal bügeln.

Dabei bügle ich mir der Länge nach in der Mitte einen Knick zur späteren Orientierung ein.

Die Bändel rechts und links an die Maske heften, dabei treffen Mitte (der Bändel) auf Mitte (der Maske) aufeinander.

Dann die Bändel zunähen und dabei die Maske mitfassen.

Im Maskenbereich habe ich anfangs immer einen dreigeteilten Zickzackstich verwendet, aber mit einem Geradstich geht es genauso.

Vielleicht noch einen lieben Gruß aufsticken…

…und schon ist die Maske fertig!

Vor dem Aufsetzen muss man nun noch einen „Stabilisator“ in den Tunnel einführen, der die Maske passend um den Nasenrücken führt, damit sie dort eng anliegt. Das kann ein einfacher „Pfeifenputzer“ sein; etwas stabiler sind Aluschienen, die man z. B. im Internet bestellen kann (dabei auf die Lieferzeiten achten, da manche Händler aus Fernost verschicken, und dann kann das viele Wochen dauern).

Die Bügel vor dem Waschen entfernen, damit Ihr sie nicht aus dem Flusensieb fischen müsst…

Und jetzt an die Arbeit 🙂

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