Bin ich der Robin Hood unter den Musikern? Retterin der Verkannten und Benachteiligten? Neulich ist mir aufgefallen, dass ich einige „verkannte“ Instrumente spiele, wenn ich an die bösen Witze über Kontrabässe und Hausmeister denke, oder die vielen – auch despektierlichen Namen – für mein Akkordeon. Den Preis für das verkannteste Instrument gewinnt wahrscheinlich sie:

Zugegeben: Wir stellen uns eine Klasse mit 28 Grundschulkindern vor, alle spielen laut Flöte, oder die epische Szene am Ende von „Papa ante portas“, in der das Duettspiel eher zu einem ehelichen Missverständnis entgleist. Aber wenn ich ehrlich bin, ist die Flöte ein ganz wunderbares Instrument:


Barockmusik bewegt sich zwischen den Polen himmelhoch-jauchzend und zu-Tode-betrübt. Händel – zu Lebzeiten zu Recht ein Superstar. Seine Tonsprache können wir immer noch verstehen, nach gut 300 Jahren! Leider habe ich keine Vorstellung, wie das „gesprochene Deutsch“ vor so langer Zeit klang. Ob uns das nicht viel fremder wäre?
Und Flöte spielen – optimal: Wir brauchen Lockerheit und Aufrichtung im Körper, die Flöte wiegt fast nichts, belastet den Rücken nicht. Und wir atmen tief in den Bauch und kontrolliert wieder aus. Und die Töne vibrieren unter unseren Fingerspitzen. Mit einer einzigen Flöte kann man eine ganze Kathedrale zum Klingen bringen. Wunderbar.
Spielt Flöte!