Veröffentlicht in Acryl und Druck, Jahr und Tag

Wolfsmond

Der erste Vollmond im Jahr heißt Wolfsmond. Die hungrigen Wölfe kamen aus den Wäldern an die Dörfer und Siedlungen heran und heulten den Vollmond an. Keine Wölfe aber Gelliprints mit Kälte, Schnee und Vollmond sind zwischen den Jahren entstanden:

Naja, bei diesem letzten Bild ist ein Feuervogel über die Druckplatte geflogen.

Veröffentlicht in Jahr und Tag

2025…

… ist mein Sabbatjahr zu Ende gegangen, das ich mir so ganz anders vorgestellt habe, als es gekommen ist.

Und als ich versucht habe, für jeden Monat ein Bild zu finden, habe ich gemerkt, dass es ein total tolles Jahr gewesen ist. Ganz vielen kleinen Wundern bin ich begegnet – überall. Ich bin unglaublich dankbar für das, was ich erlebt habe, und welche Schlüsse ich daraus ziehen kann. Mit vielen wunderbaren Menschen bin ich weiter gegangen – Schritt für Schritt – danke!

Ein wunderbares Jahr 2026 wünsche ich Euch allen und freue mich auf das, was es bringt – ganz unverhofft.

Veröffentlicht in Jahr und Tag, Wolle und Garn

Nicht mehr frieren von Oktober bis März…

…davon träume ich schon seit längerem. Zufällig bin ich in der Stadtbücherei einem Buch über „Nordisch stricken“ begegnet und habe es – einfach so, nur so, ohne Plan (?) – ausgeliehen und mich in quasi jeden darin beschriebenen Pulli verliebt:

Ein paar Tage habe ich gezögert, ob ich mich an ein solches Projekt heranwagen soll. Und warum auch immer: Ich habe Island-Wolle in Schweden bestellt, um den Pulli einer finnischen Autorin nachzustricken in Erinnerung an den Aufenthalt in Norwegen vor einem Jahr. Und: Ich bin es einfach leid, ständig zu frieren!

Die Anleitung ist wirklich übersichtlich gestaltet, klar habe ich Lehrgeld bezahlt, indem ich manches wieder aufgezogen habe oder beim nächsten Pulli anders machen würde, aber: Es hat geklappt.

Schon beim Stricken hatte ich es behaglich war, besonders als das Strickstück schon etwas größer wurde:

(Mit mir auf dem Sofa sitzen übrigens Marshall (der Wolf) und Rose (die Giraffe), die die ganze Zeit mehr („Sie kriegt das nicht hin“) oder minder („Geduld, das wird schon“) gewaltfrei kommuniziert haben (nach Marshall Rosenberg, Gewaltfreie Kommunikation).

Besonders spannend war, dass ich mich komplett auf die Größenangabe und Maschenprobe verlassen musste, weil ich den Pulli zwischendurch nicht probieren konnte (dazu waren die „Strickseile“ zu kurz).

Es war also ein ziemlich besonderer Moment, als ich zum ersten Mal in mein Werk hineingeschlüpft bin:

Ich bin echt total froh und stolz (und denke an H., die bestimmt auch total stolz auf mich wäre, weil ich ein bisschen in ihre Fussstapfen getreten bin).

Und am Ende noch ein ehrliches Wort. Islandwolle kratzt. Sie kratzt wirklich. Ich bin echt hart im Nehmen, aber sie kratzt. Ich muss was drunter ziehen. Aber das gehört ja eh so: Traditionell wird ein solcher Pulli als oberste Schicht getragen, drunter kommen – je nach Wetter: Merino/Fleece/Softshell oder alles zusammen.

Veröffentlicht in Jahr und Tag, Schuh und Rad

Der Frost haucht zarte Häkelspitzen…

Eisblumen sind leider zu einer seltenen Art geworden, an doppelt- oder dreifach verglasten Fenstern können sie nicht gedeihen.

Frost und Nebel haben aber die gesamte Landschaft überzuckert, der Spaziergang heute war eisig und herrlich:

Der Frost haucht zarte Häkelspitzen
Perlmuttergrau ans Scheibenglas.
Da blühn bis an die Fensterritzen
Eisblumen, Sterne, Farn und Gras.
Kristalle schaukeln von den Bäumen,
Die letzen Vögel sind entflohn.
Leis fällt der Schnee … In unsern Träumen
Weihnachtet es seit gestern schon.

(Mascha Kaléko)

Veröffentlicht in Jahr und Tag, Pappe und Papier

Ein Weihnachtswunder – auch dies!

Geschichten über Tannenduft, Engel und glitzerndes Geschenkpapier gibt es duzende. Geschichten über Not, Kälte und Weihnachtswunder auch. Und dann sind da die historischen Geschichten, die modernen, die wahren und die erfundenen.

Und dann ist da noch eine.

Weihnachten war in diesem Jahr ganz anders. Alles unbekannt: der Ort, die Menschen, die Sprache, die Gepflogenheiten. Und sie in einer Situation voller Angst, was die Zukunft bringen würde, kein Schritt ohne Schmerzen möglich, die Seele schwer von ungeweinten Tränen.

In der Nacht hatte der Wind an dem Dach des weißen Holzhauses gezerrt, und obwohl des schon mitten am Vormittag war, war die Dämmerung über den Feldern mit dem nassen, schweren Schnee zu spüren.

Sie waren den Weg in den Ort gelaufen und hatten die letzte Möglichkeit zum Einkaufen genutzt. Es sollte ein landestypisches Weihnachtsessen geben, improvisiert mit der kargen Ausstattung der kleinen Wohnung unterm Dach. Da hörte sie vor der Wohnungstür Geräusche. Jemand schien in der Nachbarwohnung zu hantieren. Als sie nachsah, war es eine junge Frau, die nebenan reinigte. Weil in ihrer Wohnung etwas fehlte, sprach sie die Frau an und bekam das Gewünschte. Hier ins Detail zu gehen, ist für den weiteren Verlauf der Geschichte unnötig.

Als Dank, und weil Weihnachtstag war, schenkte sie der Frau einen der Engel, die sie von zu Hause mitgebracht hatte. Die junge Frau freute sich sehr und fragte: „May I give you a hug?“ Und als die beiden Frauen sich in die Arme schlossen, passierte es. Eine echte Umarmung. Eine feste Umarmung. Ohne Worte verstanden sie sich, übergaben ihr Innerstes an die andere und nahmen der anderen Last. Körper an Körper, Loslassen und sich gegenseitig Stützen. Tränen begannen zu fließen und zu versiegen. Tiefes, inniges Verständnis, echte Umarmung. Sekunden nur, die unlöschbare Spuren hinterließen.

Ich weiß deinen Namen nicht, wo du bist, wie es dir geht. Aber ich spüre dich noch und danke dir von Herzen für diesen Moment! Du warst mein Weihnachtswunder.

Veröffentlicht in Jahr und Tag, Ton und Glasur

Bereit zum Baumloben

Letztes Wochenende habe ich eine Einladung zum Baumloben erhalten. Mit Kaffetrinken, Waffeln, Eierlikör, Lieder singen: einfach ganz wunderbar.

Vorsichtshalber, und weil ich noch „Tannengrün“ vom Adventsgesteck übrig hatte, habe ich den nordfriesischen Baum hergerichtet und bin also bereit:

Wenn du vor meiner Tür stehst: Bitte klingeln, es gibt Kaffee und gebrannte Mandeln. Wenn du vorher anrufst, könnte ich sogar einen Kuchen backen…. Am Küchentisch sitzen, klönen, vielleicht was basteln, „Messias“ hören, wäre das nicht wunderbar?

Veröffentlicht in Jahr und Tag, Wolle und Garn

Ein Schal fürs Leben – Save the Children

Endlich, endlich…. für die Wolle bin ich sogar extra nochmal in die Stadt geradelt (!), und pünktlich ist das erste Strickprojekt dieses Winters fertig geworden.

Ehrlich gesagt: Ich bin schon hin- und hergerissen zwischen Nutzen (einer solchen Aktion) und dem Gefühl, dass es eh nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Oder ist immerhin etwas tun besser als nichts tun? Und wenn ich dann an die Kinder denke, denen ich im beruflichen Alltag begegne und deren Ängste und Nöte sehe… Sie sind auf den ersten Blick vielleicht nicht existenziell, aber auf den zweiten schon. Vor allem, wenn wir uns überlegen, in was für einem Umfeld wir zukünftig leben möchten. Wir bräuchten viel mehr Ressourcen für alle Kinder. Und damit meine ich keine digitale Ausstattung – die darf weiter hinten in der Schlange der Bedürfnisse stehen…..

Veröffentlicht in Jahr und Tag, Pappe und Papier, Wasser und Farbe

Schreib mal wieder…

Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, richtig viele Weihnachtsgrüße per Post zu verschicken. Echte Briefe finde ich einfach viel schöner als elektronische.

Jedenfalls sind jetzt einige Motive im Druck – bin gespannt, wie die Postkarten dann am Ende aussehen werden:

Eine Weihnachtsenge-Biene.

Beste Freunde nach getaner Arbeit

Wärme und Licht in dunkler Zeit

Veröffentlicht in Jahr und Tag, Schuh und Rad

Immenstadt statt Innenstadt

Die Hauptstadt des Nebels lag heute morgen mal wieder unter einer dichten Nebeldecke, und so haben wir die Innenstadt gegen Immenstadt getauscht.

Vom Bahnhof ging es aus dem frostigen Tal knackig berauf durch die Herbstwälder der wärmenden Sonne entgegen.

Oben wurden wir mit einem herrlichen Blick belohnt:

Der Rückweg führte uns durch einen wildromantischen Tobel – es war extrem glitschig, weil alles so feucht war. Im Sommer möchte ich unbedingt nochmal herkommen und (mindestens) die Füße ins Wasser halten:

Ein superschöner Tag in Immenstadt – der Bienenstadt…. wie sollte es dort auch anders sein als schön?

Veröffentlicht in Jahr und Tag, Pappe und Papier, Schuh und Rad

Glück hoch 7…

… ist, wenn ich dem Nebel entfliehen und in die Berge fahren kann…

Wenn der Nebel dann aufreißt und zum ersten Mal die Alpen sichtbar werden – ein besonderer Moment:

Unser Ziel: Die Breitachklamm bei Oberstdorf.

Auch für die Menschen wird es (einmal kurz) eng – spektakulär zwängt sich das Wasser durch die Klamm:

Nass ist es von überall her, und steilwandgängige Krähen hausen hier auch…

Noch viel schöner finde ich es aber oberhalb der Klamm:

Ein paar Grüntöne habe ich auch gesammelt:

Wir wussten, dass die Alpen bereits geschlossen haben, daher haben wir….

… Vesper mitgenommen:

Einem der letzten Sommerboten sind wir begegnet:

Und die ersten Boten des Winters haben auch bereits ihre Spuren hinterlassen:

Glück hoch sieben!