
In der Oper kannst du was erleben… Oper natürlich, spannend ist aber auch, was drumherum so alles passiert.
Wenn zum Beispiel der dressierte Schwan in den Orchestergraben springt und nur sehr knapp neben dem Cellisten landet. Oder, wenn Scarpia im Todeskampf die Weinflasche, die bei der Auseinandersetzung mit Tosca vom Tisch gefallen ist, gerade noch festhält und hinstellt, damit sie nicht die geneigte Bühne hinunterrollt und im Orchestergraben einschlägt (Scheint ein nicht ganz ungefährlicher Beruf zu sein, im Orchestergraben zu sitzen…). Mit zu den lebhaftesten Opernerinnerungen – abgesehen von den vielen Malen, die ich verheult am Kärntner Ring an der U-Bahn stand, weil sie Cavaradossi doch erschossen hatten, gehört, wie ich mir bei Madama Butterfly vor vielen Jahren mit einer mir unbekannten jungen Frau eine Packung Taschentücher geteilt habe.
Überhaupt: ohne Taschentuch in die Oper zu gehen, kann an Fahrlässigkeit grenzen. Und in der Oper selbst spielen Taschentücher auch eine Rolle: Wenn zum Beispiel eines erst nicht auffindbar ist, und dann doch später wieder auftaucht, aber…..
OTELLO
No! il fazzoletto voglio
ch’io ti donai.
DESDEMONA
Non l’ho meco.
Da hat Desdemona das Taschentuch also nicht dabei. Das wird ihr das Leben kosten…
Und Madama Butterfly hofft, ihren frisch Angetrauten nicht zu verärgern, wenn sie ein paar „Frauendinge“ mitbringen möchte:
BUTTERFLY
Signor B. F. Pinkerton, perdono…
Io vorrei…pochi oggetti da donna…
PINKERTON
Dove sono?
BUTTERFLY
Sono qui…vi dispiace?
(Tira fuori gli oggetti dalle maniche del suo kimono.)
PINKERTON
O perché mai, mia bella Butterfly?
BUTTERFLY
Fazzoletti. La pipa.
Una cintura. Un piccolo fermaglio.
Uno specchio. Un ventaglio.
Sie hat Taschentücher dabei….
Ein Hoch auf das Taschentuch, die Oper und die Frauen!






