Ja, auch beim Radfahren springen mir Blätter zum Drucken in den Weg….und neulich habe ich unterarmgroße Blätter gefunden. Viele wachsen spiralförmig um ihren Stängel herum, ich habe noch nicht nachgeschaut, um was es sich handelt. Jedenfalls kann man schön mit ihnen drucken:
Und im Keller ist mal wieder (kreatives) Chaos. Ich habe immer Sorge, dass ein Stapel mal ins Rutschen kommt. Mehr Platz wäre schon toll, aber…. naja….
Einen Druck habe ich als „Fake-Cyanotypie“ hergestellt, andere „bunt“:
Dieses hier sieht aus wie „gebatikt“ – die Farbe der ersten Druckschicht war noch nicht trocken.
Und dann entwickelte sich die Idee, die Blätter mit anderem zu kombinieren:
… haben es mir angetan. Auch das Meer mag ich gerne, aber wenn ich mich entscheiden müsste, wo ich sein will, würde ich immer die Berge wählen.
Eine der beeindruckendsten Nächte war eine Sommernacht in den Bergen, klare Luft, nach der Hitze des Tages endlich etwas abgekühlt. Und mit dem Fernglas (!) konnten wir die Jupitermonde sehen. Erdverbunden und doch irgendwie anders.
Dass Berge mit zunehmender Entfernung verblauen, habe ich zum ersten Mal richtig „in natura“ gesehen, als ich am Ufer des Assuan-Stausees stand und nach Süden geblickt habe, Richtung „Nubien“ – in altäyptischer Bezeichnung. Die „Blauen Berge von Nubien“ mit dem Stausee – das werde ich irgendwann noch verewigen.
Ganz „profan“ mit der Gelliplate bedeutet das, dass ich mir Bergsilhouetten aus Packpapier (einfach, weil ich gerne auch das alte Verpackungsmaterial weiter verwende) gerissen habe, und losgedruckt habe. Inzwischen habe ich auch raus, in welcher Reihenfolge ich arbeiten muss: vom Vordergrund zum Hintergrund, die Farbe des Himmels kommt dann über alle vorigen Lagen und nimmt die Farbe für den endgültigen Druck mit…
Einer der ersten Drucke, da war noch was auf der Platte….Meine Freundin hat gesagt, der Mond „kullert“ über die BergeLandschaft tagsüber geht auch, natürlich. Die türkisen Berge in der Ferne gefallen mir – und erinnern mich (und das ist überhaupt KEIN VERGLEICH, sondern nur ein Erinnern!) an die Bilder von F. Hodler
Und dann habe ich noch eine Version mit „falschen“ Farben ausprobiert:
Aber hier gefällt mir der lila Himmel mit der grünen Sonne gar nicht. Das ist zu kalt.
Jetzt muss noch ein versöhnlicher Abschluss her:
Wenn da nicht die zwei Sonnen wären – ich glaube, irgendwann probiere ich einen ganz großen, zusammengesetzten Druck. Richtig groß!
…hört sich irgendwie spannender an als Wandern, Sammeln und Drucken. Doch genau das habe ich getan, und es war interessant, weil sich meine Farben auf 1200 m ü. d. M. ganz anders verhalten als im Keller zu Hause…
Cyanotypie ist ein Verfahren, das mich schon lange interessiert. Die chemische Seite schreckt mich allerdings ab. „Fake-Cyanotypie“ ist zwar ein blöder Name (finde ich, weil es so nach Betrug klingt), ist aber mit einer Gelliplate machbar.
Hier habe ich einen Waldmeister mit „Preussisch Blau“ abgedruckt. Der Waldmeister hat noch wochenlang beim Drucken geduftet.
Auch „Unscheinbare“ vom Wegesrand bekommen bei diesem Verfahren Aufmerksamkeit, die sie durchaus verdienen:
Erstaunlicherweise konnte ich sogar noch mit Blättern vom letzten Herbst drucken. Ich hatte Sorge, dass sie in der feuchten Farbe auf der Gelliplate kleben bleiben und zerbröseln, aber es ist gut gegangen. Glück gehabt.
Beim Bild ganz links ist mir das Druckblatt verrutscht. Daher sieht man einmal das Pflanzennegativ (ganz in weiß) und die Pflanzenumrisse (z. B. am Stängel die beiden dunklen Linien).
Von Blaubeuren-Weiler ein Rundweg über die Ruine Günzelburg, am Felsenmeer vorbei zur „küssenden Sau“. An diesem Samstag Nachmittag ist nichts los, blauer Himmel, lauer Wind… herrlich!
…vor 31 (!) Jahren war zum letzten Mal in Kairo und Alexandria – damals auf Konzertreise. In der Kairoer Oper haben wir „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms aufgeführt. Ich habe nicht gemerkt, wie die Jahrzehnte vergangen sind.
Dieses Mal ging es um MINT-Projekte an Mädchenschulen, als Begleitperson durfte ich mitfahren und bin eingesprungen, wo Hilfe benötigt wurde.
Vor allem aber war diese Reise für mich ein Abschluss der letzten Monate, das Eintauchen in eine andere Welt, das Anknüpfen an lange zurückliegendes Zeiten, ach, ganz vieles. Wunderbare acht Tage. Danke!
Kairo, Blick aus dem Hotelzimmer, Zamalek
Auf der Busfahrt nach Alexandria an ganz vielen Taubenhäusern vorbeigekommen. Dann: Schöner Wohnen in Alexandria, Grey Appartments, brassbell
Die Bibliothek von Alexandria:
Sonnenuntergang am Corniche:
Besuch der Katakomben in Alexandria:
Zurück in Kairo- von Zamalek rund um den Midan Tahrir….
Cairo-Tower (manchmal in den Nachrichten im Hintergrund zu sehen)Das „alte“ Ägyptische Museum
Fahrt ins „neue“ Kairo und Besuch an der GIU:
Ausflug nach Sakkara:
Ein wunderschöner Nachmittag in Dahshur bei #dahshurtoday:
Und wieder einmal „großes Kino“ als die Sonne im Westen versinkt:
Besuch im GEM – ein Museum der Superlative:
Und dann endlich: die Pyramiden von Gizeh:
Und wieder einmal ging die Sonne unter:
Am frühen Morgen…
Tag der Religionen – koptische Kirchen und Moscheen:
Und ein Abstecher ins Café, wo Nagib Machfus seine Romane geschrieben hat:
Eine ganz wunderbare Woche – ich wäre gerne noch länger geblieben….
Ganz heimlich hat sich Wehmut in meinen Keller eingeschlichen. Abschiedsstimmung, weil die Tage, bis ich wieder in meinen Beruf einsteige, angezählt sind. Aufräumen, ordnen, sortieren der äußeren Dinge hilft mir, Klarheit zu gewinnen.
Ich hatte das Gefühl, zu gar nichts gekommen zu sein, aber als ich die Drucke gesichtet habe, habe ich gemerkt, dass doch einiges entstanden ist:
Nochmal einer der Wolfsmond-Drucke, und natürlich mussten Pflanzen dabei sein:
Beim letzten Druck habe ich in der ersten Farbschicht mit Acryl-Tinten gearbeitet. Die sind von der Gelli-Plate abgeperlt, das hat diesen Carquelé-Effekt bewirkt.
Der erste Vollmond im Jahr heißt Wolfsmond. Die hungrigen Wölfe kamen aus den Wäldern an die Dörfer und Siedlungen heran und heulten den Vollmond an. Keine Wölfe aber Gelliprints mit Kälte, Schnee und Vollmond sind zwischen den Jahren entstanden:
Naja, bei diesem letzten Bild ist ein Feuervogel über die Druckplatte geflogen.